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Sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner von Leutwil,

in den letzten Tagen haben Sie sich sicherlich gefragt, warum ich mich als Person Dany Bürge derart engagiere, wenn es um die aktuellen Wahlen in unserem Dorf geht.

Es ist mir ein grosses Anliegen Ihnen dies, mit dem offenen Brief ehrlich und schonungslos zu erläutern. Anfangen muss ich aber etwas früher in meinem Leben, damit die Zusammenhänge besser erkannt werden.

Im Jahre 1996 bin ich der Liebe wegen von Teufenthal nach Leutwil gezogen. Kurz darauf haben wir geheiratet und neben den drei Kindern aus erster Ehe meiner Frau, das erste gemeinsame Kind bekommen. 2003 folgte dann unsere gemeinsame Tochter. Nach einer Lehre im Automobilgewerbe und anschliessender Handelsschule habe ich mich selbständig gemacht. 1999 musste ich nach vielen Fehlern drei Firmen im Konkurs und zwei mittels Liquidation auflösen. Nicht nur die Gesellschaften, sondern mich und somit auch meine Familie, hat das finanziell sehr schwer getroffen. Nach monatelanger erfolgloser Jobsuche habe ich den zweiten Versuch gestartet, nur damit wir überleben konnten. Eigentlich war damals schon klar, dass dies ganz schwer und steinig werden wird.

2005 – Beginn in der Politik

Am 19. Mai 2005 wurde ich, nach zweijähriger Mitgliedschaft, als Präsident der SVP Ortspartei Leutwil gewählt. Da bei uns zu Hause während meiner ganzen Kindheit politisiert wurde, schien mir das ein gangbarer Weg zu sein.

2006-2009 Vakanzen im Gemeinderat für die Legislatur

Bei den Gemeinderatswahlen vom 5. Juni 2005 galt es ernst. Die SVP Ortspartei hatte drei Kandidaten für den Gemeinderat nominiert. Auf dem ersten Flugblatt waren Walter Scheurer für das Amt Gemeindeammann und Hans-Peter Geissbühler für das Amt Vizeammann vorgestellt worden. Auf einem zweiten, separaten Flugblatt erschien Dany Bürge als Gemeinderat. Warum konnten nicht alle drei auf einem Flugblatt aufgestellt werden? Diese Frage hat mir Walter Scheurer bis heute nicht beantwortet. Daraus entstand die erste Konfliktsituation von Walter Scheurer und mir. Dass ich dann auch noch als Gemeinderat gewählt wurde, machte die ganze Situation nicht einfacher. Nicht nur der Druck auf meine Person stieg gewaltig, sondern auch unsere Ehe mit fünf Kindern zerbrach, kurz vor meinem Amtsantritt. Im November 2005 stand ich vor dem grössten Scherbenhaufen meines Lebens und sollte im neuen Jahr als gewählter, im Gremium nicht akzeptierter, Gemeinderat starten. Im Januar 2006 begann mein Abenteuer «Mitglied des Gemeinderates von Leutwil».

«So eine be eus im Gmeindrot, das goht jo gar ned – de muess sofort wieder use !!!»

Schon sehr bald realisierte ich, dass ich zur Zielscheibe im Rat wurde. Vielen unschöne Diskussionen, Kämpfen und Attacken stellte ich mich. Aber am unverständlich waren die Attacken von aussen, welche aus meiner eigenen «einstigen-neuen» Familie kamen. Wenn ich heute, bald als Fünfzigjähriger, über diese Situation von damals nachdenke, frage ich mich ernsthaft, wie ich das alles bewältigt habe.

2006 bis 2009 Gemeinderat Dany Bürge

Ressort: Hoch- und Tiefbau, Strassen, Wege & Plätze und das Bauamt Als «Frischlinge» im Rat konnten wir natürlich nicht auswählen, welches Ressort wir bekommen werden.
Das Bauwesen, die Strassen und das Bauamt wurden mir zugeteilt. Mit viel Elan und einer grossen Portion Motivation begann ich in «meinem» Ressort zu arbeiten. Schon bald musste ich merken, dass hier wohl das aktive Mitarbeiten nicht gewünscht war. Viele Arbeiten und Aufträge wurden ressortübergreifend von Gemeindeammann Walter Scheurer vergeben, ohne irgendwelche Informationen an die Ressortleiter. Ein Gemeinderat, welcher Anträge stellt, war ein Novum und ein absolutes No-Go. Solche Situationen führten natürlich zu einer grossen Missstimmung im Rat. Immer und immer wieder wurde das Amtsgeheimnis und dessen Verletzung zelebriert. Einschüchterungen gegen die «Frischlinge» in den Ratssitzungen standen an der Tagesordnung. Ausserdem wurde mir zu teil: «Jetzt isch de immer no im Rot und ufmüpfig wird er äu no». Voll nach dem Motto: «und täglich grüsst das Murmeltier»
Das schlimmste an der ganzen Situation war, dass ich bei jeder Sitzung nie wusste, was auf mich zukommen würde und das kostete mich unvorstellbare Energie. Das war ein strategischer Teil der Gegenseite, um mich los zu werden.

Das Seilziehen um das Bauamt Leutwil

Als Ressortvorsteher Bauamt wurde ich immer und immer wieder von Walter Scheurer mit der Personalie des Bauamtsangestellten konfrontiert. Alle Arbeiten und Tätigkeiten wurden systematisch und konsequent über alle vier Amtsjahre angezweifelt. Auch hier wurden ressortübergreifende Aktionen gestartet. Wie immer ohne Informationsfluss an den Ressortchef. Schon sehr bald musste ich merken, dass es hier längst nicht mehr um die Sache Bauamt, sondern um Personen ging. Die Zusammenarbeit mit dem Stelleninhaber hat während meinen vier Amtsjahren immer sehr gut funktioniert.  Wann immer Fehler oder Schäden gemacht wurden, konnten wir diese aktiv und zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erledigen. Viel Energie investierte ich in dieses Ressort und ich begann zunehmend, den Stelleninhaber gegen die andauernden Anschuldigungen zu verteidigen.

Dies ist den nachfolgenden Ratskolleginnen und Kollegen, bis zum Beginn dieser Legislatur, sehr gut gelungen. An dieser Stelle ein Dankeschön für Euren Einsatz!

Meine Beweggründe – mein Einsatz für die Gerechtigkeit


Liebe Einwohnerinnen und Einwohner von Leutwil, ich habe seit Jahren einen sehr grossen Rucksack zu tragen. Ich verstehe, wenn Sie jetzt sagen: «Der hat doch genug vor seiner Türe zu wischen, der würde sich besser um seine Situation kümmern oder der soll doch mal seine Rechnungen zahlen, bevor er solche Töne spuckt».
Da behalten Sie völlig Recht. Ich sollte mich wirklich darum kümmern, dass ich meine Steuern-, Wasser & Abwasser- und Alimentenbevorschussungs-Schulden bei der Gemeinde Leutwil begleichen kann. Und ja, es ist sicher von Vorteil, wenn ich mich um meine Krankenkassenbeiträge, welche ich über viele Jahre nicht mehr bezahlen kann, in Angriff nehme. Seit rund zwei Jahren sehe ich endlich wieder ein Licht am Ende des Tunnels. Ich versichere Ihnen, dass ich Leutwil erst ganz verlassen werde, wenn ich meine Schulden bezahlt habe. Sozialhilfebezug oder Nothilfe waren für mich zu keiner Zeit eine Option und wenn ich auf allen vieren kriechen muss. Es galt einfach zu überleben, das bin ich meinen Kindern schuldig.

2016 Kündigungswelle innerhalb der Gemeinde Leutwil

Die Kündigungswelle, welche alle Bereiche der Teilzeit Pensen innerhalb der Gemeinde Leutwil getroffen hat, ist bei mir tief in die Glieder gefahren. Es war nicht das Warum oder das Wieso, sondern die Art und Weise, wie das ganze abgelaufen ist. Ich sah und interpretierte diese Vorgehensweise als Déjà-vu aus meiner Amtszeit, als Gemeinderat von Leutwil. Was soll ich jetzt tun? Soll ich mich einmischen? Oder soll ich mich besser auf meine «Baustellen» konzentrieren? Diese Entscheidung hat mir ein Mann, Mitte fünfzig und Tränen in den Augen abgenommen und ich wusste genau: «Jetzt het de Walter sis Ziel erreicht».

Daraus entschied ich mich für die Opposition mit all seinen Konsequenzen.

Im Verlaufe des Wahlkampfes, welche ich als noch amtierenden SVP Ortsparteipräsident mitgestaltet habe, wurde mir schnell klar, da haben wir in ein Wespennest mit Hornissen gestochen. In den vergangenen Wochen hörte ich Aussagen gegen mich, bei denen jeglicher Anstand fehlt. Man kann mich wegen meinen Schulden und meinem mehrfachen Scheitern als Unternehmer kritisieren, aber man sollte das immer mit Anstand tun.

Wer so reagiert und austeilt, hat ganz sicher etwas zu verstecken – oder?

Somit sind wir erneut beim Bauamt Leutwil angelangt. Ich habe den Unmut, anlässlich der Gemeindeversammlung vor einem Jahr, live miterlebt. Auch ich ging mit der Absicht hin, etwas zum Thema Kündigungen und Bauamt zu fragen. Jedoch die Neuausrichtung des Bauamtes war nicht traktandiert, handfeste Infos fehlten, was somit kein „Fleisch am Knochen“ ergab und jegliche Opposition wäre zerrissen worden.

Die Leutwiler Spatzen pfeifen es von den Dächern

Verschafft «Mann» den Spatzen und Gerüchten Gehör, d.h. den Landmaschinen und Schneepflughändlern, bekommt die Gemeinde Leutwil demnächst, neben einem neuen Bauamtsangestellten, auch ein neues «Kommunaltraktorli». Nicht, dass dies etwas Schlechtes wäre - nein, ganz im Gegenteil. Bereits während meiner Amtszeit wurde eine solche Anschaffung thematisiert. Leider stellte es die falsche Person vor. Jetzt ist aber alles anders. 

23. November 2017 - kein Kreditantrag für das Bauamtsfahrzeug an der Gemeinde


Für alles und jedes wird ein Kredit an den Gemeindeversammlungen beantragt. Einzig das Bauamt wird auf diese Art und Weise restrukturiert. Ich finde das Vorgehen in dieser Personalsache und die «verdeckte» Beschaffung der «Herren» und ich betone Herren Gemeinderäte, äusserst heikel & fragwürdig. Deshalb setze ich mich ein. In der Hoffnung, dass Sie jetzt meine Beweggründe verstehen, schliesse ich hiermit diesen Teil meines Lebens ab und konzentriere mich künftig auf meinen Rucksack.

Ich danke Ihnen für die Zeit, meine Zeilen gelesen zu haben
und wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit.


Dany Bürge
Alt Gemeinderat aus Leutwil